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Gibitz 25 Jahre Wendelstein

Ein Rückblick auf die

Ein Rückblick auf die ersten sieben Abiturjahrgänge Aus dem “Nähkästchen“ des „Abiturbeauftragten“ Dr. Hans Moritz. Oder - wie das Abitur Einzug in die Freie Waldorfschule Wendelstein hielt Für jede Waldorfschule, die in die staatliche Vollförderung kommen will, ist das Abitur eine Notwendigkeit. Diesen Schritt zu gestalten, war meine Aufgabe als Oberstufenlehrer und Abiturverantwortlicher. Da eine Waldorfschule die jungen Menschen allseitig, also praktisch, künstlerisch und wissenschaftlich ausbildet, ist der Schritt sich einer staatlichen Prüfung zu unterziehen, wie es der Realschulabschluss oder das Abitur sind, eine Selbstverständlichkeit. Die persönliche Reife, die Fähigkeiten und die Kenntnisse, die in den 12 Waldorfjahren erworben werden, können, unterstützt durch das gezielte Training in den Abschlussklassen, zu erfreulichen Prüfungsergebnissen führen – wenn die jungen Menschen es wirklich wollen! Als sich die Freie Waldorfschule Wendelstein der Oberstufe näherte, kam der erste Ruf 1999 an mich, ein Ruf nach Hospitation und Betreuung des damaligen Kollegen Dr. Wankelmut. Es zeigte sich rasch, dass es neben dem Aufbau einer physikalischen Sammlung vorwiegend um die Stabilisierung des Fachbereichs Mathematik - Physik ging. Rainer Brügmann, der Geschäftsführer bat mich lapidar in einem Brief: „ich möge doch bitte jemanden fähigen aus Nürnberg nach Wendelstein schicken“. Wenn das nur so einfach gewesen wäre! Ich musste beim Lesen der Zeilen an ein Wort Aragons aus dem „Herrn der Ringe“ denken „da ich keinen schicken kann, muss ich selbst gehen...“. Das tat ich dann auch und kam ab dem Jahr 2000 mit einem vollen Lehrauftrag an die Freie Waldorfschule Wendelstein. Die Schule übertrug mir neben dem Unterricht in der Oberstufe in Mathematik und Physik die Führung der Abiturklasse und des Abiturkollegiums mit all den notwendigen Kontakten zu den Gymnasien und auch zu Nürnberg, wo mein Freund und Fachkollege Dr. Klaus Bartke Schulleiter geworden war. Drei Tatsachen waren mir dabei eine große Hilfe. Vor meiner Tätigkeit als Waldorflehrer hatte ich 5 Jahre an Gymnasien unterrichtet, war auch verbeamtet gewesen und kannte die Strukturen und die Kollegen aus den Fortbildungen gut. Weiterhin war ich durch meine Promotion und meine erziehungswissenschaftliche Tätigkeit an der Universität mit den ABI 2003 18 Jahre

2002 Vorbehalten und Stimmungen gut vertraut, die im öffentlichen Raum der Waldorfpädagogik gegenüber vorlagen. Entscheidend aber war, dass ich dem damaligen Ministerialbeauftragten für Gymnasien Dr. Hanschel aus Hospitationen an der Nürnberger Rudolf Steiner-Schule und durch persönliche Kontakte im Zusammenhang mit meiner wissenschaftlichen Tätigkeit bekannt war. „Herr Moritz – hat er einmal zu mir gesagt – Sie gehören an eine Waldorfschule … „ Da die Wendelsteiner Schule aus der Nürnberger hervorgewachsen war, einigten wir uns auf eine Art „Meistbegünstigung“ für das Abitur und ich nahm alle die Regelungen in Bezug auf Durchführung, Korrektur und Aufgabenerstellung mit, die sich Nürnberg in den vielen Jahren erworben hatte. Das erleichterte Wendelstein die Erreichung der für die Finanzierung wichtige 2/3 - Quote des Bestehens der Abiturprüfung. Um das auch schulintern zu sichern, gestaltete ich den Zugangsmodus von der 12. in die 13. Klasse ebenso wie den Übergang von der 11. Klasse in die 12. Für die Schule hing ja an der Arbeit des Abiturkollegiums letztendlich die volle gymnasiale Förderung, die wir auch erwarben und immer gut hielten. Ich möchte mit diesen Zeilen an den „ Waldorfcharakter“ auch einer 13. Klasse erinnern und jene Gedanken in Erinnerung rufen, die wir den 13. Klassen als ihr „ Jahresmotto“ an den Anfang gestellt hatten und jene, die wir den jungen Menschen als „Weggeleit“ mitgaben. Der erste Abiturjahrgang, der am 28.6.2002 seine Reifezeugnisse erhielt, war der Jahrgang des Anfangs – die „Eigenleister“, die viel am Aufbau der Schule mitgewirkt hatten und die auf ein Jahr mit großen Belastungen zurückblickten. Es war eine Klasse mit einem großen Mut zur Gemeinschaft, mit Mut zum Menschen und Mut zu sozialem Engagement. WIR GABEN IHNEN DIE „6 KRITERIEN EINES GEBILDETEN MENSCHEN“ VON HARTMUT VON HENTIG MIT AUF DEN WEG. DAZU GEHÖREN: 1. Abscheu und Abwehr von Unmenschlichkeit; 2. Die Wahrnehmung von Glück; 3. Die Fähigkeit und den Willen, sich zu verständigen; 4. Ein Bewusstsein von der Geschichtlichkeit der eigenen Existenz; 5. Wachheit für letzte Fragen; 6. Die Bereitschaft zur Selbstverantwortung und Verantwortung in der res publica. So verstandene Bildung ist keine nur literarisch-intellektuelle Bildung, sondern eine Bildung des Herzens. Das war und ist unser Anliegen, um das wir uns nach Kräften bemühen, von der ersten bis zur 13. Klasse einer Waldorfschule. Der zweite Abiturjahrgang, war so recht eine „Wilde 13“. Am 28.6.2003 blickten wir in der Abiturfeier auf das Jahr zurück, dem ich ein Motto aus einem Buch von Carlos Castaneda gab: „Du hast nur noch wenig Zeit, und schon gar keine Zeit für Dummheiten. Ein wunderbarer Zustand. Ich möchte sagen, das Beste in uns kommt immer dann heraus, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn wir das Schwert über uns hängen fühlen. Ich selbst wünsche es mir nicht anders.“ Carlos Castaneda, „Der Ring der Kraft“ S. Fischer 1974 S.162 2003 19 Jahre

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